Workshop zur Vorstellung der Anwendungsfälle für assoziierte Partner

Am 21.06.2021 fand der erste Workshop für die assoziierten BIMKIT-Partner, den Projektträger und die Begleitforschung statt. In diesem Online-Workshop wurden die ersten Projektergebnisse vorgestellt und in moderierten Austausch- und Diskussionsrunden mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen näher betrachtet.

Nach einer Begrüßung durch den Konsortialführer wurde zunächst der aktuelle Stand im Projekt dargestellt.

In der ersten Hälfte des Workshops standen die Ergebnisse des Arbeitspakets 2 „Anforderungsanalyse“ im Vordergrund. Hierbei wurden die erarbeiteten Unteranwendungsfälle für die Anwendungsfälle Bestandserfassung und -modellierung vorgestellt: im Bereich Infrastruktur wird BIMKIT die Instandsetzung von Lärmschutzwänden und die Abbruchplanung von Brücken fokussieren. Im Bereich Hochbau wurden außerdem die Wartung der technischen Gebäudeausrüstung, die Optimierung des Flächennutzungsgrades und die Optimierung des Energieverbrauchs als Unteranwendungsfälle identifiziert.

Weiterhin wurden die Anforderungen an die Prozesse und die erarbeiteten LOIN-Tabellen (level of information need) vorgestellt. Sie sind in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern aus Industrie und öffentlicher Hand entstanden und bilden alle Informationen ab, die Bauteil- und Anwendungsfallbezogen erfasst werden müssen, um den vollständigen Informationsgehalt der Modelle sicher zu stellen. Im Hinblick auf die Anforderungen an die Daten ist eine große Diversität und Quantität zentral für die Datenexploration im Projekt.

Im Anschluss an die Präsentationen kamen die Vortragenden mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ins Gespräch zu den Projektergebnissen. Der rege Austausch mit den Teilnehmenden lieferte wertvolle Rückmeldungen zur Relevanz der Anwendungsfälle für die assoziierten Partner sowie Erkenntnisse zu weiteren wichtigen Aspekten, die in den Unteranwendungsfällen integriert werden können, wie z.B. die Erfassung der CO2-Bilanz. Außerdem gab es wertvolle Hinweise zu potentiellen Datenquellen, die im Projekt berücksichtigt werden könnten.

Der zweite Teil des Workshops widmete sich dem Ausblick auf die kommenden Projektprozesse. So wurde ein Ausblick auf die zu erarbeitenden Demonstratoren gegeben, welche die Forschungsergebnisse in beispielhafter Form anwenden und verdeutlichen sollen. Für den Bereich Hochbau ist ein Demonstrator zum Gebäudemanagement und für den Bereich Infrastruktur zur Brückenerhaltung geplant.

Zudem wurden die im Juli startenden Arbeitspakete 3-5 vorgestellt. Diese widmen sich der Erarbeitung von KI-Verfahren zur automatisierten Auswertung von Bildern und Punktwolken, 2D-Plänen sowie Texten und Datenbanken. Das Ziel dieser Verfahren ist es, geometrische und semantische Informationen zu extrahieren und BIM-Modelle damit anzureichern.

Abschließend wurden die Partner über den Stand der geplanten Datenschutzvereinbarung informiert. In diesem Zusammenhang wurden auch die Vorteile der angestrebten GAIA-X-Struktur angesprochen.

BIMKIT-Workshop_Anwendungsfälle_Präsentation
Steckbriefe der Anwendungsfälle
Ergebnisse der Diskussions- und Austauschrunden

Pressemitteilung 01/2021 zum Start des Forschungsprojektes

Innovationswettbewerb Künstliche Intelligenz: Automatische Erstellung von Bauwerksmodellen als entscheidender Beitrag zur Digitalisierung der Bauwirtschaft im Bestand

Mit dem KI-Innovationswettbewerb fördert das BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) herausragende Ansätze für neue Formen KI-basierter Plattformökonomie in wichtigen Sektoren der deutschen Wirtschaft. Im 2. Förderaufruf konnte das Projekt „BIMKIT – Bestandsmodellierung von Gebäuden und Infrastrukturbauwerken mittels KI zur Generierung von Digital Twins“ im Bereich Bauwirtschaft überzeugen.

Building Information Modeling (BIM) steht für die Nutzung von 3D-Modellen im Lebenszyklus eines Bauwerks. Die meisten BIM-Anwendungen erfordern als Grundlage ein digitales Bestandsmodell, z.B. für die Optimierung der Instandhaltung, die Erneuerung von Infrastrukturen oder den Rückbau von Gebäuden. Darüber hinaus ermöglichen digital auswertbare Informationen zu einem Bauwerk einen effizienten und nachhaltigen Betrieb. Trotz aller Vorteile des digitalen Planens, Bauens und Betreibens stehen 3D-Modelle insbesondere zu Bestandsbauten nicht zur Verfügung. Dadurch wird nicht nur die Einführung von BIM verzögert, sondern es fehlen für die gesamte Bau- und Wohnungswirtschaft verlässliche Daten zur Optimierung des Lebenszyklus eines Bauwerks.

BIMKIT setzt hier an, um KI- und Cloud-Technologien als Schlüsseltechnologien der Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung für die Bauwirtschaft nutzbar zu machen. Informationen zu Gebäuden und Infrastrukturbauwerken, z.B. 2D-Pläne, Bilder, Punktwolken oder Textdokumente, sollen mittels KI-Verfahren ausgewertet, bauliche und technische Bauelemente generiert und konsistent sowie transparent einem BIM-basierten Bestandsmodell zugeführt werden. Gleichermaßen soll die Aktualisierung eines vorhandenen Bestandsmodells automatisiert werden. Die Daten und KI-Dienste werden dezentral mit Hilfe von offenen Standards und bestehenden BIM-Systemen auf Basis von GAIA-X zur Verfügung gestellt. Datensouveränität und Datensicherheit werden insbesondere berücksichtigt, da auch sicherheitsrelevante Informationen zu Bauwerken ausgewertet werden.

Auf der digitalen BIMKIT-Auftaktveranstaltung am 12.01.2021 begrüßte die Hottgenroth Software GmbH & Co. KG als Verbundkoordinator knapp 60 zugeschaltete Teilnehmer sowie Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Neben den insgesamt 11 geförderten Partner (AI4BD Deutschland GmbH, ALLPLAN GmbH, A+S Consult GmbH, eTASK Immobilien Software GmbH, Fraunhofer Gesellschaft für Angewandte Forschung e.V. – Heinrich-Hertz-Institut, Hexagon Geosystems Services AG, Neue Technologien AG, planen bauen 4.0 GmbH, Ruhr-Universität Bochum, Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH) konnten bisher auch 22 assoziierte Partner als Unterstützer gewonnen werden.

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt mit rund 10,8 Millionen Euro von Januar 2021 bis Dezember 2023.Detaillierte Informationen zum Projekt, zu den Projektteilnehmer und assoziierten Partnern finden Sie unter https://bimkit.eu/